Zukunftskonferenz
Wilhelmsburg |

Weissbuch
Bericht der Arbeitsgruppen
Mai 2001 bis Januar 2002 |
Impressum
Herausgeber
Zukunftskonferenz
Wilhelmsburg
Kontakt
http://www.insel-im-fluss.de
Info@insel-im-fluss.de
c/o Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestrasse 20, 21107 Hamburg
Redaktionsschluss
5.2.2002
Redaktion
folgende Mitglieder
der Koordinierungsrunde:
Liesel
Amelingmeyer, Enno Bahlmann, Juliane Chakrabarti, Gottfried Eich, Reyhan Güzel, Ingrid
Helwig, Manuel Humburg, Timm Kunstreich, Mathias Lintl,
Ernst Lobischer, Fred Niemann, Corinna Peters-Leimbach, Claudia Roszak, Magdalene Schack,
Peter Schattenfroh, Holger Schlarb, Helga Schors, Anja Swiderski, Jörg v. Prondzinski, Klaus Wilke, Lisa Zahn
Gestaltung
Mathias Lintl / Enno Bahlmann (SRC
Hamburg)
Druck
Stadt Hamburg
Photos
privat
Die Zukunftskonferenz Wilhelmsburg wurde
mit Beschluß der Hamburger Bürgerschaft vom 13.12.2000 / Drucksache 16/5302
eingerichtet. Zwischen Mai 2001 und Januar 2002 arbeiteten mehr als 100 BürgerInnen
gemeinsam mit VertreterInnen der Fachbehörden der FHH und aus der Verwaltung und
Fachleuten in folgenden Arbeitsgruppen: AG 1 Räumliches Gesamtkonzept, AG 2 Verkehr, AG 3
Arbeit und Wirtschaft, AG 4 Wohnen, AG 5 Zusammenleben, AG 6 Bildung und Schule, AG 7
Freizeit und Kultur.
Die Präsentation der Arbeitsergebnisse findet statt am Samstag, 23. März
2002 ab 14 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg. |
Die Zukunftskonferenz Wilhelmsburg wurde finanziell gefördert durch die
Stadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung (STEB),
nunmehr Behörde für Bau und Verkehr, Amt für Stadtentwicklung Stadthausbrücke 8,
Postfach 30 05 80; 20355 Hamburg, |
Vorwort
Zur Zusammenfassung durch die Koordinierungsrunde
Geehrte Leserin, geehrter Leser,
vor Ihnen liegt der Ergebnisbericht der Zukunftskonferenz Wilhelmsburg.
Die Konferenz fand zwischen Mai 2001 und März 2002 statt.
Sieben Arbeitsgruppen haben in zahlreichen Sitzungen an einer zukunftsfähigen,
ökonomisch, sozial und ökologisch freundlichen Entwicklung von Europas größter
Flussinsel inmitten der Metropolregion Hamburg gearbeitet. Der Titel "Inseln Im
Fluss" weist darauf hin: die Arbeitsgruppen haben sich den gesamten Raum zwischen
Norder- und Süderelbe vorgenommen, ihr Arbeitsgebiet anhand sozial- und
wirtschaftsgeographischer Grenzen definiert. Eine Orientierung an den engen
Verwaltungsgrenzen wird der Situation Wilhelmsburgs nicht gerecht, im Gegenteil, die
bestehenden Verwaltungsgrenzen sind als Teil der derzeitigen Problemlage identifiziert
worden.
Das Besondere war, dass sich zahlreiche ehrenamtlich tätige Bürger/innen aus
Wilhelmsburg -- gemeinsam mit Vertreter/innen der Fachbehörden -- dieser anspruchsvollen
Aufgabe gestellt haben.
Die Arbeitsgruppen haben selbständig gearbeitet. Jede zeichnet für ihren Teilbericht
verantwortlich. In der Natur der Sache liegt es daher auch, dass die einzelnen
Arbeitsgruppen zu teils widersprüchlichen Ergebnissen gekommen sind. In den Berichten der
Arbeitsgruppen spiegeln sich unterschiedliche Ansätze und Arbeitsformen wieder. Sie
dokumentieren eine Fülle von Vorschlägen; sowohl kurzfristige Maßnahmen, als auch
langfristige strategische Entscheidungen, die notwendig sind, um Hamburgs Elbinseln aus
dem Abseits in das Zentrum einer pulsierenden, dynamischen Metropole zu führen.
Vorangestellt ist diesem Ergebnisbericht eine Zusammenfassung der übergeordneten
Gesichtspunkte. Hier werden sowohl die gemeinsamen "Essentials" als auch erste
konkrete Vorschläge und Forderungen an die Entscheidungsträger in der Freien und
Hansestadt formuliert.
Der Ergebnisbericht der Zukunftskonferenz erscheint im Februar 2002, dem Monat, in dem
Wilhelmsburg der verheerenden Flut vor 40 Jahren - am 16./17. Februar 1962 - gedenkt.
Mehrere hundert Wilhelmsburger/innen verloren ihr Leben. Nie wurde die Verletzlichkeit der
Insel im Fluss so deutlich wie damals. Von diesem Trauma und der darauf folgenden
jahrelangen Planungsunsicherheit hat sich Wilhelmsburg bis heute nicht restlos erholt.
Hinter den neuen, stabileren Deichen entstand aber auch eine
"Schicksalsgemeinschaft", die Wilhelmsburg als Wohnstandort immer wieder
verteidigt hat. Dies ist das Fundament, auf dem unsere Zukunftsfreude gründet.
Auf der Veranstaltung am 23. März 2002 werden die Arbeitsgruppen ihre Ideen präsentieren
und mit Bevölkerung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutieren.
Die vergangenen Monate waren erst der Anfang. Auch die weitere Konkretisierung und vor
allem die Umsetzung sind nur gemeinsam möglich; sie können nur gelingen, wenn die
Bürgerinnen und Bürger mit ihrer neu gewonnenen Fachkompetenz und die Fachbehörden mit
ihrer neuen "Basiskompetenz" weiter zusammenwirken. Wir bleiben in der
Verantwortung, wir werden aktiv bei der Umsetzung mitwirken und weiter konstruktiv für
eine zukunftsfähige, lebens- und liebenswerte Insel arbeiten.
Wir freuen uns auf die vor uns liegenden Beratungen und bedanken uns im voraus für die
Aufmerksamkeit, die uns entgegengebracht wird.
Auf eine spannende und ergebnisreiche Zusammenarbeit - zum Wohle Hamburgs und seiner
großen Insel im Fluss. |
"WILHELMSBURG -
INSEL IM FLUSS - BRÜCKEN IN DIE ZUKUNFT" |
1 Einleitung
So lautet das Motto der Zukunftskonferenz Wilhelmsburg, die im Frühjahr 2002 zu Ende
geht.
Es war der Wunsch aller in der Bürgerschaft vertretenen Parteien, dass es diese
Zukunftskonferenz geben sollte.
Der am 8.12.2000 in der Bürgerschaft mehrheitlich verabschiedete Antrag von SPD
und GAL spricht von "Zukunftsperspektiven...für die lebendige Elbinsel
zwischen Harburger Binnenhafen und Hafencity" und bestimmt als Ziel "die weitere
Konkretisierung eines integrativen Entwicklungskonzeptes für Wilhelmsburg, das
insbesondere die stadträumlichen, baulichen, wirtschaftlichen, landschaftlichen und
sozialen Probleme und Perspektiven einbezieht."
Auch der damalige Bürgerschaftsantrag der CDU geht von
positiven Zukunftsperspektiven für die Elbinsel aus, indem er festhält:
"Wilhelmsburg bietet durch seine verkehrsgünstige und innenstadtnahe Lage sowie den
sehr hohen Anteil an Freiflächen aller Kategorien in wirtschaftlicher und sozialer
Hinsicht ein hohes Potential für die Stadt, das es durch geeignete Maßnahmen zu nutzen
gilt."
Soviel Rückenwind von höchster Hamburger Ebene hatten wir in Wilhelmsburg noch wenige
Monate vorher kaum für möglich gehalten. Eine Zukunftskonferenz für eine einzelne
kleine "kommunale Ebene" eines Ortsamtsbereiches? Das hatte es in der großen
"Einheitsgemeinde" Hamburg bisher noch nicht gegeben!
Nachdem im Sommer des Jahres 2000 der Stadtteil bundesweit in die Negativschlagzeilen
geraten war, wurde die Idee einer Zukunftskonferenz von dem "Runden Tisch: Sicherheit
und Zukunft" entwickelt und schließlich von allen Parteien im Ortsausschuss
Wilhelmsburg, vom Beirat für Stadtteilentwicklung und zahlreichen Initiativen und
Institutionen gemeinsam getragen.
Bei einer großen Auftaktveranstaltung am 4. und 5. Mai 2001
im Bürgerhaus rief der damalige Präses der Stadtentwicklungsbehörde, Senator Dr. W.
Maier, Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Institutionen und Gruppen aus Wilhelmsburg
sowie die, die beruflich mit Wilhelmsburg zu tun haben, zur Mitarbeit in sieben
Arbeitsgruppen auf, in die die Teilnehmer/innen ihre besonderen Interessen und
Fähigkeiten einbringen konnten.
So machten wir uns an die Arbeit:
· beflügelt vom Rückenwind aus der Bürgerschaft,
· begleitet von der Stadtentwicklungsbehörde,
· beraten von den anderen Fachbehörden, die nach einem Beschluss des
Senats fester Bestandteil aller Arbeitsgruppen wurden (wo hat es so etwas schon einmal
gegeben?),
· unterstützt vom Büro ISA-Consult und dem Büro d*ING Planung,
· inspiriert von zahlreichen Fachleuten, die uns bei der
Auftaktveranstaltung und in den AG-Sitzungen wichtige Impulse gaben,
· beeindruckt von der großen Zahl der Interessierten und Engagierten
aus dem Stadtteil selbst.
Von Mai 2001 bis Januar 2002 haben die sieben Arbeitsgruppen an Konzepten für den
Bau von sieben Brücken in eine positive Zukunft Wilhelmsburgs gearbeitet:
· Eine Brücke nach Hamburg: Wilhelmsburg, die Insel im Fluss als
"Wasserstadt" im Herzen der Elbmetropole
AG 1 Räumliches Gesamtkonzept
· Eine Brücke zu einer zukunftsfähigen Hamburger Verkehrspolitik -
mit innovativen Alternativen zur geplanten Querautobahn durch Hamburgs neue Mitte
AG 2 Verkehr
· Eine Brücke zu einem eigenständigen, zukunftsweisenden
Wirtschaftsprofil für die Elbinsel und einer Kompetenz- und Qualifizierungsoffensive
AG 3 Arbeit und Wirtschaft
· Eine Brücke zu Wilhelmsburg als einem liebens- und lebenswerten,
attraktiven Ort zum Wohnen und Leben
AG 4 Wohnen
· Eine Brücke zu einem gelingenden Zusammenleben in bunter Vielfalt
AG 5 Zusammenleben
· Eine Brücke zu einem attraktiven und erfolgreichen Schul- und
Bildungsangebot
AG 6 Schule und Bildung
· Eine Brücke zur Entwicklung einer grünen Freizeitinsel im Herzen
der Stadt
AG 7 Freizeit und Kultur
Die Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppen trafen sich zusätzlich zu "Koordinierungsrunden",
um ihre Arbeit zu vernetzen und zusammenzufassen.
Allen Damen und Herren, die uns in vielfältiger Form unterstützt und begleitet haben,
sowie allen zur Auftaktveranstaltung und in die Arbeitsgruppen eingeladenen Gäste und
Referent/innen sei an dieser Stelle ausdrücklich Dank gesagt für ihre geleisteten
Hilfen! |
2 Probleme und Potentiale
Wilhelmsburg ist geprägt durch eine Vielfalt von Potentialen, aber auch einer Fülle von
Problemen. Deshalb soll hier die Ausgangslage mit grundlegenden Daten und Fakten skizziert
werden:
Wilhelmsburg in ausgewählten Zahlen: |
|
Stadtteil Wilhelmsburg |
Hamburg gesamt |
| Fläche in km² |
35,3 |
755,2 |
| Bevölkerung gesamt |
46.110 |
1.696.065 |
| Unter 18-Jährige in % der Bevölkerung |
22,0 |
16,1 |
| 65-Jährige und Ältere in % der
Bevölkerung |
13,8 |
16,8 |
| Ausländer/innen in % der Bevölkerung |
34 |
16,1 |
| Sozialhilfeempfänger/innen (1999) in % der
Bevölkerung |
12,6 |
7,4 |
| Arbeitslose (März 1999) in % der 15- bis
unter 65-Jährigen |
11,6 |
7,5 |
| Jugendarbeitslosigkeit in % der 15- bis
unter 25-Jährigen |
9,7 |
5,5 |
| Einkünfte je Steuerpflichtigen in DM
(1995) |
47.990 |
65.579 |
| Sozialwohnungen in % der Wohnungen |
37,9 |
17,8 |
| Straftaten insgesamt je 1000
Einwohner/innen |
142 |
166 |
| Quelle Statistisches
Landesamt, Stadtteilprofil Wilhelmsburg 2000 |
2.1 Geographie und
Infrastruktur
· Die Elbinsel Wilhelmsburg - umflossen von der Norder- und Süderelbe
sowie dem Köhlbrand - ist die größte Flussinsel Europas.
· Die Insel wird zerschnitten von überregionalen Verkehrswegen, den
Autobahnen A1 und A252, der Wilhelmsburger Reichsstraße (B4/75), Fern- und S-Bahntrassen,
(weitere umstrittene Straßenprojekte sind in Planung).
· Wilhelmsburg liegt zwischen boomenden Zentren der
informationsbasierten Wirtschaft: Neue Medienmeile Hamburg entlang der Elbe; HafenCity im
Norden und Channel Harburg/ Binnenhafen Harburg im Süden.
· Die Flächennutzung ist vielfältig: so liegt die Hochhaussiedlung
Kirchdorf-Süd z.B. nur 1 km entfernt von Landwirtschaft und Gartenbau.
· Es gibt erhebliche Nutzungskonflikte: Hafengebiete, kontaminierte
sanierungsbedürftige Gewerbebrachen und Containerlagerplätze engen die
Entwicklungsflächen stark ein. In unmittelbarer Nachbarschaft der Wohnbebauung werden
Flächen z.T. von umweltbelastender Industrie genutzt.
· Ein städtebauliches und stadtgestalterisches Gesamtbild ist nicht zu
erkennen.
· Im Reiherstiegviertel und im Alten Bahnhofsviertel konnten durch die
Sanierungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen der letzten Jahre Attraktivität und
Wohnqualität deutlich gesteigert werden.
· In städtebaulich problematischen Quartieren wie Kirchdorf-Süd
werden große Anstrengungen zur Verbesserung der Wohnqualität unternommen: durch
Beteiligung der Mieter, Pförtnerlogen, die Gestaltung eines Quartierszentrums, Aufbau von
Service-Betrieben usw.
2.2 Ökonomie
· Die Wirtschaftsstruktur wird durch rohstoffverarbeitende Betriebe,
Unternehmen aus den Bereichen Transport, Lagerei und Großhandel sowie hafen- und
logistikbezogene Dienstleistungen bestimmt. Die Ansiedlung neuer Unternehmen gestaltet
sich schwierig.
· Hohe Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit: Wesentliche
Gründe hierfür sind die großen Verluste an Arbeitsplätzen im Hafen.
· Wilhelmsburg gehört zu Hamburgs ärmeren Stadtteilen: Das
Einkommensniveau der Steuerzahler liegt ein Viertel unter dem Hamburger Durchschnitt, ein
Achtel der Bevölkerung lebt von Sozialhilfe.
· Es zeigen sich deutliche Auswirkungen der in Hamburg, wie in anderen
Großstädten, feststellbaren Segregation (d.h. Absonderung armer von reichen
Stadtteilen), einhergehend mit nicht genutzten Potentialen der Bevölkerung.
· Große altindustrielle Gewerbeareale im Strukturwandel: Wegen der
Bodenkontaminationen kommt die Sanierung der entstandenen Gewerbebrachen und ihre
gewerbliche Wiedernutzung nicht schnell genug in Gang.
· Niedriges Qualifikations- und Bildungsniveau: nur 10% der
Schulabgänger erreichen die allgemeine Hochschulreife, und 30% bleiben ohne Abschluss.
· Mangelndes Profil als zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort und
negatives Gesamtimage.
· Auf Märkten und Straßen gibt es ein buntes Bild von Angeboten und
kleineren Geschäften, andererseits ist die Einzelhandelsvielfalt in einigen Quartieren
unbefriedigend.
2.3 Soziales
· Eine Vielzahl von aktiven Gruppen der Bürgerinnen und Bürger,
verschiedene Religionsgemeinschaften sowie sehr differenzierte soziale Initiativen und
Einrichtungen setzen sich für die Verbesserung der sozialen und kulturellen
Lebensqualität im Stadtteil ein.
· In einigen Quartieren wurde Bewohnerbeteiligung im Rahmen von
Sanierungsmaßnahmen angestoßen. Mit dem Stadtteilbeirat und seinen zahlreichen Akteuren
ist ein Modell der Bürgerbeteiligung entwickelt worden, das bundesweit Beachtung findet.
· Wilhelmsburg hat eine überdurchschnittlich junge Bevölkerung: 22%
sind unter 18 Jahren, in der Gesamtstadt sind es nur 16%.
· Der Anteil der Wilhelmsburger/innen ohne deutsche Staatsbürgerschaft
beträgt 34% (Hamburg insgesamt: 16%).
· Das Bildungsniveau liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt
(siehe oben).
· Gibt es einerseits ein buntes und dynamisches "multikulturelles
Leben", so sind damit andererseits wegen der vielen ungelösten sozial-ökonomischen
Probleme schwierige Fragen verbunden.
· In Wilhelmsburg gab es eine unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung:
Bei der Bürgerschaftswahl im September 2001 war die Wahlbeteiligung trotz des
polarisierten Wahlkampfes praktisch gleich niedrig wie 1997 und blieb mit 63,2% deutlich
unter dem Hamburger Schnitt von 71%. Nur 70% der Bevölkerung über 18 Jahre sind
wahlberechtigt.
· Die Fachärztedichte ist unterdurchschnittlich.
· Nach wie vor hat Wilhelmsburg quer durch die Medien ein schlechtes
öffentliches Image, trotz positiver Ausnahmen wie dem "Wilhelmsburger
InselRundblick" und Wilhelmsburger Sendungen im Offenen Kanal.
2.4 Ökologie
· Wilhelmsburg ist - entgegen seinem Image - ein ausgesprochen grüner
Stadtteil.
· Es gibt ökologisch bedeutsame Flächen und Naturschutzgebiete:
Urwüchsige Wasserläufe, sensible Ufer, Brachflächen und Bracks, Tideauenwälder, eine
bedeutende Pflanzen- und Vogelwelt.
· Erhaltenswerte Kulturlandschaften mit traditionellen
Beetgrabenstrukturen und historischen Siedlungsräumen.
· Andererseits belasten vielschichtige Umweltprobleme die Entwicklung
des Gebiets: Altlasten, Lärm- und Schadstoffemissionen, Zerschneidung der Landschaft,
u.a.
· Es ist ein positives Signal, dass Wilhelmsburg ein aussichtsreicher
Kandidat für die Internationale Gartenbauausstellung 2013 ist.
Obwohl Resignation und Tendenzen zum Wegzug zu beobachten sind, hängen die meisten
Bewohner doch an ihrem Stadtteil, freuen sich über positive Veränderungen in ihrem
Quartier und wollen die Zukunft mit gestalten. Der Geist des Zupackens und Neuaufbaus, der
die Zeit nach dem Krieg und nach der Flut vor 40 Jahren geprägt hat, ist auch heute zu
spüren, sowohl bei den Alt-Wilhelmsburger/innen als auch bei den Menschen, die in den
letzten Jahren aus aller Welt neu nach Wilhelmsburg gezogen sind, oder anderen, die hier
ihren Arbeitsplatz haben.
Diese schlaglichtartige Bestandsaufnahme beschreibt Hamburgs große Insel im Fluss sowohl
mit ihren historisch gewachsenen Besonderheiten, Belastungen und Widersprüchlichkeiten
als auch einzigartigen Potentialen.
|
3 Wilhelmsburg am Scheideweg
Seiner Lage zwischen den Elbarmen verdankte Wilhelmsburg seine herausragende Bedeutung
für die große Hansestadt: Hier auf den ehemals bäuerlichen Inseln der Marsch baute
Hamburg seinen Hafen, entwickelte sich das ökonomische Herz der Metropole. In
unmittelbarer Nähe der Schuppen und Kaianlagen, der Werften und Raffinerien, der Hütten
und Schmelzen, der Speicher, Kämmereien und Röstereien entstanden die Wohnquartiere der
Arbeiter. Wilhelmsburg entwickelte sich zur Arbeiterstadt.
Für Hanseaten war dies nie der Ort zum Wohnen. Hier wurde Geld verdient. "Die Geest
ist zum Wohnen, die Marsch zum Arbeiten da". Dieses Credo des Oberbaudirektors
Schumacher aus den 20er Jahren beschreibt eine über hundert Jahre gültige
Funktionsbestimmung für diesen Raum zwischen Norder- und Süderelbe, die sich jetzt dem
Ende zuneigt.
Über hundert Jahre zentraler, prosperierender Wirtschaftraum Wilhelmsburg, aber auch der
"Raum für den Rest": Hamburgs zentraler Abfallplatz (Müllberg Georgswerder),
Ort für umweltgefährdendes Gewerbe, seine zentrale Flächenreserve, seine wichtigsten
Verkehrs- und Versorgungstrassen.
Mit dem Strukturwandel im Hafen und auf den Werften, mit der Verlagerung
entscheidender Hafenteile in den Westen, mit Hamburgs Wandel zur Dienstleistungsmetropole
wächst auch Wilhelmsburg eine neue Rolle zu.
Zwar sind die Signale widersprüchlich und werden vielleicht noch nicht von allen
wahrgenommen - es gibt administrative und politische Hindernisse und historisch
begründete Widerstände - doch der Paradigmenwechsel ist in vollem Gange, und die
Ereignisse entfalten eine ungeahnte Dynamik:
· zunächst war es nur ein kleines gelbes Musical-Zelt auf der
"anderen Uferseite",
· jetzt hat man dort auch von einem Restaurant aus "die schönste
Aussicht auf die Skyline der Stadt" (WELT 5.1.02.),
· gibt es einen Millionen-Plan für die Ozeanwelt eines
"Ozeanarium",
· entsteht auf historischem Gelände auf der Veddel Hamburgs
Auswanderer- Museum mit internationaler Bedeutung,
· fällt in 2003 der Zollzaun an der Speicherstadt,
· ist der östliche Hafen längst zu einem beliebten Drehort für die
europäische Filmbranche geworden,
· bewirbt sich die Stadt mit großem Engagement für die "IGA 2013
auf den Inseln im Fluss",
· befindet sich die ganze Stadt im Aufbruch für "Olympia 2012 -
im Herzen der Stadt",
· entsteht im Spreehafen "Hamburgs erster Wohn- und
Gewerbeboothafen",
· entsteht am Hansahafen eine "Hafen-Museumsmeile",
· gibt es ansprechende Altbausanierung und am Aßmannkanal ein erstes
Wohnprojekt für "Wohnen am Wasser",
· gilt Wilhelmsburgs Bürgerengagement und seine Bürgerbeteiligung
bundesweit als beispielhaft,
· übernimmt der Stadtteil mit der "Entwicklungspartnerschaft
Elbinsel" eine Vorreiterrolle bei der Stärkung der lokalen Ökonomie und der
Umsetzung einer Qualifizierungsoffensive,
· peilt der neue Erste Bürgermeister Ole von Beust eine 2
Millionen-Metropole an und braucht dafür attraktive zentralstädtische Flächen für den
Wohnungsbau.
Hamburgs Mitte rückt nach Süden. Planer und Investoren haben längst erkannt:
Wilhelmsburg bietet im Herzen Hamburgs attraktive Flächen, die für eine zukunftsweisende
urbane Entwicklung benötigt werden.
Hamburg ist "reif für die Insel" und die Insel ist mächtig im Fluss. |
 |
Viel zu
schade:
· zum Stapeln von Containergebirgen und für flächenfressende
Logistik,
· für eine Verkehrs- und Autobahnplanung aus dem letzten Jahrhundert,
die damals noch davon ausgehen konnte, dass hier auf ewig Hafen und Gewerbe stattfindet,
· für explosions- und brandgefährliches Gewerbe in unmittelbarer
Wohnnähe bzw. an für Wohnungsbau geeigneten Wasserläufen,
· für jedwede Tendenz zu Slum- und Gettobildung,
· für einen Städtebau ohne Pfiff und Fantasie,
· für ein kurzsichtiges Zuschütten von Hafenbecken und
Wasserstraßen.
In Wilhelmsburg hat die Zukunft bereits begonnen.
Die Politik sollte den Anschluss nicht verpassen. Sie sollte rasch die erforderlichen
Grundsatzentscheidungen treffen und damit die Rahmenbedingungen für eine zukunftsweisende
Entwicklung im Herzen Hamburgs, für ein urbanes Wachstum schaffen.
Wir wünschen uns hierfür eindeutige Signale und richtungsweisende Beschlüsse von der
Hamburger Bürgerschaft und dem Hamburger Senat. |
4 Ein Leitbild für
Hamburg-Wilhelmsburg
Es gab darüber keine Abstimmung und keine verbissenen Definitionsdebatten, dennoch war es
immer präsent und wurde in den 7 Arbeitsgruppen auch formuliert.
Das Leitbild ist die Grundidee für das Wilhelmsburg der Zukunft:
Kein abgeschlossenes, unveränderbares, visionäres Gesamtgemälde,
aber auch kein Katalog unverbindlicher Wünsche;
es betrachtet Wilhelmsburg nicht isoliert.
Wilhelmsburgs Funktion in und für Hamburg und die gesamte Metropolregion wird in
seinen historischen und räumlichen Zusammenhängen neu definiert.
Die Grundlagen dafür werden jetzt gelegt durch entsprechende
Grundsatzentscheidungen des Senats. Auch das in dem Bürgerschaftsbeschluss als Ziel der
Zukunftskonferenz formulierte "integrative Entwicklungskonzept" muss sich an
einem solchen Leitbild orientieren.
Es reicht nicht aus, "Maßnahmenkataloge" aufzustellen oder nur
"Entwicklungslinien" zu beschreiben. Ohne Leitbild bleiben sie orientierungslos.
Dann sind Fortschritte nicht überprüfbar. Natürlich geht es nur Schritt für Schritt,
und die Schritte sind von unterschiedlicher Länge.
Aber in welche Richtung es gehen soll - darüber sollte Einvernehmen hergestellt werden.
Wilhelmsburg, die große Elbinsel im Herzen Hamburgs, soll
seine Potentiale frei entfalten können - ohne die Fesseln historisch gewachsener
Benachteiligungen und administrativer Beschränkungen.
Die Gunst der Lage
In der Mitte der Stadt, im Stromspaltungsgebiet der Elbe gelegen, entwickelt sich
Wilhelmsburg zu Hamburgs "Wasserstadt". Ein attraktiver Lebensraum mit viel
Grün und Freiflächen, ideal für Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur am Wasser.
Die Gunst der Stunde
Der nach Westen wandernde Hafen gibt die zur Elbinsel Wilhelmsburg gehörenden östlichen
Hafenteile und den Reiherstieg frei und schafft Platz für den Brückenschlag nach Hamburg
und die Hamburger Großereignisse Olympiade 2012 und IGA 2013.
Die Gunst der Vielfalt
Wilhelmsburg ist eine "Insel der Vielfalt" und eine "Insel der
Völker". Sie vereint eine bäuerlich geprägte Kulturlandschaft im Osten mit den
ehemaligen Wohnquartieren der Arbeiter im Westen. Durch die enge Verbindung zum Hafen und
durch die mehr als hundertjährige Erfahrung mit Einwanderung verfügt sie über
einzigartige und vielfältige internationale Austauschbeziehungen. Mit diesen
Voraussetzungen überwindet Wilhelmsburg seine jetzigen Defizite und Benachteiligungen,
entwickelt ein eigenständiges, dynamisches und innovatives Wirtschaftsprofil, erlebt eine
Offensive in Bildung und Qualifizierung, eine neue Kultur der Toleranz und wird damit
beispielgebend für ein gelingendes Miteinander in bunter Vielfalt.
Dieses Leitbild fordert von der Hamburger Bürgerschaft und dem Senat:
· Einen Paradigmenwechsel in der Funktionsbestimmung der
Elbinseln: Die Marsch ist nicht länger der "Raum für den ungeliebten
Rest", sondern hat durch ihren einzigartigen Wasserbezug das Potential zum
attraktiven Standort für Wohnen, Leben, Arbeit und Freizeit.
· Eine neue Gesamtwahrnehmung des "Stromspaltungsgebietes
der Elbe": Geographisch und historisch ist Wilhelmsburg die Insel zwischen
Norder- und Süderelbe. Dieser Raum, heute noch künstlich geteilt in "Veddel",
"Ortsamt Wilhelmsburg" und "Hafen" ist eine natur- und
kulturräumliche Einheit, die neu betrachtet, neu definiert, neu geplant und auch als
Einheit verwaltet werden muss. Zwischen "Harburg" und "Mitte"
"wächst zusammen, was zusammen gehört", es entsteht ein neuer "Bezirk
Elbinseln".
· Ein "Masterplan Elbinseln" (oder: "Masterplan
Hamburgs Elberaum") konzentriert Planungskompetenz auf diesen Raum. Er
schafft Planungssicherheit: für den Erhalt der Kulturlandschaft im Osten, für die
Herstellung neuer Uferbezüge im Norden, Westen und Süden der Insel, für eine
qualifizierte städtebauliche Entwicklung der Wilhelmsburger Mitte, für den schrittweisen
Brückenschlag nach Hamburg, für innovative Lösungen von Verkehrsproblemen ohne eine
zusätzliche Autobahn durch Hamburgs neue Mitte und eine Lösung der
Reichsstraßenproblematik.
· Ein "integratives sozialräumliches und
sozialpolitisches Gesamtkonzept", das die Entwicklungsziele benennt und in
Abstimmung mit den unterschiedlichen lokalen Akteuren die erforderlichen Instrumente und
Ressourcen für deren Umsetzung bereitstellt.
|
5 "Warum nicht"?
Entwicklungsperspektiven
"Some see things as they are and say why, I dream things that never were and say why
not?"
(George Bernard Shaw)
(Einige sehen die Dinge, wie sie sind, und sagen: warum? Ich träume Dinge, die es niemals
gab, und sage: Warum nicht?)
Ein Ausblick in die Zukunft: 2007 - 2014 - 2021 - Realität und Visionen:
Hamburg entdeckt seine großen Inseln im Fluss
Hamburg kehrt zurück an den Strom
Hamburg definiert seinen Hafen neu
Hamburg plant die IGA und die Olympiade in seiner neuen Mitte
Hamburg wagt den Brückenschlag
Hamburgs Zentrum rückt nach Süden
Hamburg ist "reif für die Insel"
Wilhelmsburg, Hamburgs große Insel im Fluss -- eine Insel zum Wohlfühlen:
· Wohnen am Wasser
· Ein attraktives Umfeld
· Verkehrsgünstig - verkehrsberuhigt
· Die grüne Insel für Freizeit und Erholung
· Arbeit "gleich um die Ecke"
· Schule und Bildung auf hohem Niveau
· Internationales Flair |
5.1 Neues Wohnen am Wasser
Hamburg ist mit der HafenCity an das Nordufer der Norderelbe zurückgekehrt.
Auf der anderen, der Wilhelmsburger Seite, kommt ein ähnlicher Prozess in Gang.
Beflügelt von den Perspektiven für eine "Olympiade im Herzen der Stadt" (womit
die östlichen Hafenteile gemeint sind) und eine "IGA auf den Inseln im Fluss",
fällt als erstes der Zollzaun am Spreehafen und macht den Weg frei für Hamburgs ersten
Hausboothafen für Wohnen und Gewerbe.
Eine kühngeschwungene Brücke für den Fuß- und Radverkehr über den Spreehafen schafft
die Verbindung zu den Museumsschuppen am Hansahafen im Norden und das Reiherstiegviertel
im Süden. Hamburg gewinnt ein attraktives Freizeit und Wasser-sportgelände, von dem
zuallererst die Menschen rund um den Stübenplatz, an der Harburger Chaussee, auf der
Veddel und in Georgswerder profitieren.
Eine Insel entdeckt ihre Ufer:
Wie jetzt schon am Aßmannkanal werden nach und nach der Veringkanal, der
Jaffe-David-Kanal und der Ernst-August-Kanal für familienfreundlichen Wohnungsbau und
wohnverträgliches Gewerbe neu erschlossen.
Wie der Spreehafen werden auch das östliche Ufer des Reiherstiegs und die Wilhelmsburger
Nord-West-Spitze aus der Hafenverordnung entlassen. Auch diese Uferbereiche -
zentralstädtisch gelegen - erfahren eine enorme Wertsteigerung und inspirieren Planer und
Investoren zu einem neuen städtebaulichen Aufbruch. |
 |
5.2 Ein attraktives Umfeld
Der Hafen, die Werften, die Ölindustrie, das produzierende Gewerbe - hier auf der
Elbinsel schlug jahrzehntelang das ökonomische Herz Hamburgs. Auch, wenn sich die
Hansestadt mittlerweile zur Dienstleistungsmetropole gemausert hat - hier zwischen Norder-
und Süderelbe ist eine der entscheidenden Quellen des Reichtums, der Hamburg zur
wohlhabendsten Region Europas werden ließ.
Hamburg lässt die Elbinseln mit dem schmutzigen Erbe dieser Ära nicht allein:
· Altlasten werden konsequent saniert, statt die kontaminierten
Flächen lediglich zu versiegeln, um Platz für neue Belastungen in Form von
Containergebirgen und flächenfressender Logistik mit wenig Arbeit - dafür um so mehr
Verkehr zu schaffen.
· Die vom Hafen- und Logistikgewerbe genutzten Flächen werden
innovativ gemanagt, um die Wertschöpfung pro Fläche zu optimieren.
· Containerlager auf potentiell hochwertigen Flächen für Wohnungsbau
werden verlegt.
· Wohnunverträgliches Gewerbe mit Explosions- und Feuergefahr,
Geruchs- und Lärmbelästigung wird auf geeignete Ersatzflächen umgesiedelt.
· Der Wilhelmsburger Hafenrand, die Ufer im Norden, Westen und Süden
der Insel und die Mitte (nach Verlegung der Reichsstraße) werden wieder freigegeben für
hochwertige urbane Nutzungen wie attraktiven Wohnungsbau mit Wohnumfeldverbesserungen,
für Freizeit, Erholung, viel Grün und für wohnverträgliches Gewerbe.
· Die Planungen und Vorbereitungen für die IGA 2013 bedeuten einen
kraftvollen Entwicklungsschub für die Stadtteilentwicklung, für Freizeit, Grün,
Erholung und Kultur.
Damit können die Inseln ihre einzigartige Gunst der Lage zwischen den Elbarmen voll zur
Entfaltung bringen: geprägt vom Wasser und seinen Ufern, reicht die Bandbreite der
"Wasserstadt" von der grünen Kulturlandschaft im Osten bis zum internationalen
Flair des Hafens im Westen. |
 |
 |
5.3 Verkehrsgünstig - verkehrsberuhigt
Schon jetzt wissen die Bewohner die kurzen Wege zur City einerseits, nach Harburg und das
südliche Umland andererseits, zu schätzen.
Dennoch scheint Wilhelmsburg stärker im Abseits zu liegen, "weiter weg" als
früher.
Es fehlt an selbstverständlichen und lebendigen Austauschbeziehungen mit der weltoffenen
und pulsierenden Metropole. Ausgerechnet der Hafen, eigentlich der Inbegriff von
Mobilität und Verbindung in alle Welt, liegt wie ein Sperrriegel vor der Hafenmeile am
Nordufer.
Jetzt entdeckt Hamburg seine andere Seite
wie London und Rotterdam, wie Hafenstädte in aller Welt, die den Aufbruch zum anderen
Ufer bereits gewagt haben.
· Als erstes wird mit der Wiedereröffnung einer Fährverbindung das
Wasser seiner verbindenden Funktion wieder gerecht. Der "Fährstieg" am
Reiherstieg wird reaktiviert. Hier entsteht ein attraktiver Fähranleger mit einem
"Fährhaus".
· Die verzweigte Wilhelmsburger Kanallandschaft und die benachbarten
Hafenbecken werden wieder belebt und für den Transport von Personen und auch Gütern
nutzbar gemacht.
· Auch mit dem Fahrrad ist man durch den alten Elbtunnel über eine
neue Veloroute in wenigen Minuten mitten auf der Elbinsel, die als Marscheninsel zu einem
Eldorado fürs Radfahren weiterentwickelt wird.
· Die zur Anbindung der HafenCity geplante Stadtbahn/Hochbahn wird
über Wilhelmsburg bis nach Harburg verlängert und wird das Rückgrat für eine
beispielhafte umwelt- und stadtverträgliche Verkehrserschließung für IGA und Olympiade.
|
·
Schon in Vorbereitung auf die IGA wird auch die Wilhelmsburger Reichsstraße an die
Westseite der Bahntrasse verschwenkt und mit Lärmschutz versehen. Das schafft Platz für
über 1000 hochwertige Wohnungen, attraktive Gewerbeflächen und völlig neue
Gestaltungsmöglichkeiten der Wilhelmsburger Mitte. |
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·
Die noch aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stammenden Pläne für eine Ost-West
Autobahn durch den Hafen werden endgültig begraben, weil erkannt wird, dass sie mit der
neuen Stadtentwicklung im Herzen Hamburgs nicht kompatibel sind.
· Statt dessen werden die vorhandenen Trassen optimiert, indem sie aus
dem Freihafen ausgegliedert und die Anbindungen an die Autobahnen im Westen bzw. Osten
vereinfacht werden. Hamburg als einer der größten Güterumschlagsplätze Europas
unternimmt große Anstrengungen für die allseits geforderte Verkehrswende: der
Containeranteil auf der Bahn wird erhöht, und es wird nach neuen Wegen gesucht, das
Problem des Gütertransports in Ballungsräumen zukunftsweisend zu lösen. Der
hafeninterne Gütertransport wird zunehmend auf das Wasser verlegt.
· Dadurch wird es auch möglich sein, Güter- und Durchgangsverkehre um
die Wilhelmsburger Wohngebiete herumzuführen und z.B. die Harburger Chaussee, das
nördliche Reiherstiegviertel und die Wilhelmsburger Mitte weitgehend verkehrlich zu
beruhigen. |
5.4 Die grünen Inseln für Freizeit und Erholung
Hamburgs 1. Inline-Marathon am 15. Juli 2001 beleuchtete schlagartig die
Freizeitpotentiale dieser Region:
Der Start in der Speicherstadt - das Ziel auf der Köhlbrandbrücke. Dazwischen liegen
42,195 km feinster Skater-Rundkurs im Herzen Hamburgs.
Diese Route "Rund um Wilhelmsburg" ist kein Zufall:
Neben der innenstadtnahen Lage liegt ihre Qualität in der schon bestehenden flachen, gut
asphaltierten Strecke durch eine faszinierende, abwechslungsreiche, sowohl hafen- als auch
landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, wie sie nur die große Insel im
Stromspaltungsgebiet der Elbe bieten kann.
Von diesen günstigen Bedingungen können Radler, Läufer, Wanderer und Spaziergänger
gleichermaßen profitieren.
Attraktive und einladende Ausflugsziele sind u.a. die Naturschutzgebiete
"Auenlandschaft Norderelbe" und Heuckenlock mit der Wasserburg, der Leuchtturm
an der Bunthäuser Spitze, der Archehof, der Kinderbauernhof, das Museum im Alten
Amtshaus, das Verkehrsmuseum, die Windmühle, die historische Kreuzkirche, das
Auswanderermuseum auf der Veddel, die historische Hafenmeile am Hansahafen, der
"Wasserpark Spreehafen", die alten Speicher an der Rethe, der Blick auf die
Hamburger Skyline von der Südseite des alten Elbtunnels, der Alte Elbtunnel selbst, der
pulsierende Hafen, einzigartige Grün- und Gartenanlagen. |
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Die neue
Fährverbindung entlang der Norderelbe mit mehreren Querungsmöglichkeiten eröffnet
insbesondere Fahrradfahrern und den Besuchern des Campingplatzes und Jugendcamps in
Kirchdorf auf neuen Rad- und Wanderwegrouten Ausflugsmöglichkeiten bis hin zum
Zollenspieker Fährhaus, Curslack und Geesthacht. Fahrradverbindungen zu den Vier- und
Marschlanden lassen zwei hochattraktive Erholungsräume zusammenwachsen.
Dazu kommt der Aufschwung des Wassersports durch die Freigabe alter Hafenteile für
Freizeitnutzung, die Revitalisierung der Wilhelmsburger Wasserläufe und ein breites
Angebot an Trendsportarten in der Wilhelmsburger Mitte.
"Die grüne Freizeitinsel im Fluss" und "Wilhelmsburg - Wellness auf der
Insel" werden die Markenzeichen für eine neue Rolle von Hamburgs ehemaligem
Hinterhof - weit über seine Grenzen hinaus.
Der Insel-Tourismus entwickelt sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig in Wilhelmsburg. |
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Hier wird ein Radweg über
die Norderelbe vorgeschlagen -
diese Brückenverbreiterung dürfte kein großes Problem sein |
5.5 Arbeit "gleich um die Ecke"
Der wirtschaftliche Strukturwandel hat in Wilhelmsburg in der Vergangenheit zu einem
massiven Arbeitsplatz- abbau in den klassischen Altindustrien geführt.
Die einstige Wohnstadt der Hafen- und Werftarbeiter hat viel von ihrer Bedeutung für die
Hamburger Wirtschaft eingebüßt und auch ihre Identität als Arbeiterstadt weitgehend
verloren.
Eine hochwertige Neunutzung der oft attraktiv gelegenen altindustriellen Brachen wird
durch Altlasten und das fehlende Gewerbeflächenmanagement erschwert. Wilhelmsburg konnte
bisher kaum vom wirtschaftlichen Strukturwandel, beispielsweise durch die Neuansiedlung
technologieorientierter Dienstleister oder Unternehmen der sogenannten New Economy
profitieren.
Die entwerteten Brachen und schnell asphaltierten Altlasten bieten das, was die neuen
"Zulieferer" und "Logistiker" suchen: Platz, preisgünstige Flächen,
zentral und verkehrsgünstig gelegen zum Abstellen, Stapeln, Bereitstellen,
Zwischenlagern, Reparieren von Containern: Containerberge - höher gestapelt als die
Wohnhäuser direkt daneben.
Während die New-Economy in der Hafencity und im Channel-Harburg boomt, droht die
dazwischen liegende Elbinsel zum "Raum für den Rest" zu verkommen. Die
vielgepriesene Ansiedlung von "Zulieferern" für die Airbus Industrie scheint
diese Nischenfunktion eher zu bestätigen als zu überwinden. |
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Dabei
hat Wilhelmsburg mehr zu bieten als eine gute Verkehrsanbindung und seine Hafennähe:
· seine zentrale Lage am Wasser
· wohnraumnahe Gewerbegebiete
· günstige Wohnraum- und Gewerbemieten
· kulturelle Vielfältigkeit und Vielsprachigkeit
· die Einbettung in eine reizvolle Landschaft und die damit verbundenen
Freizeitmöglichkeiten.
Diese Potentiale werden genutzt, und Wilhelmsburg entwickelt sich zu einem
attraktiven familienfreundlichen und vielfältigen Standort für hochwertige
Dienstleister, klein- und mittelständische Handwerks- und Gewerbebetriebe.
· Ein Gewerbeflächenmanagement zur quantitativen und qualitativen
Weiterentwicklung des Gewerbestandortes Wilhelmsburg hilft, die bestehenden
Nutzungskonflikte zwischen Wohnen und Wirtschaft zu überwinden.
· Eine umfassende und aktiv aufsuchende Wirtschaftsförderung in
Wilhelmsburg unterstützt die ansässigen Unternehmen dabei, ihre Zukunftspotentiale
optimal zu nutzen.
· Ein international ausgerichtetes Forschungs- und Kompetenzzentrum
"Moderne Logistik" entwickelt innovative Güterverteilkonzepte, unter anderem,
um den Flächenverbrauch zu optimieren und Belastungen für Bevölkerung und Umwelt zu
reduzieren. Die hochqualifizierten Arbeitskräfte werden hier geschult, und den
Wilhelmsburgern eröffnen sich neue, attraktive Arbeitsfelder.
· Im Rahmen des Konzeptes "Wasserstadt" entstehen
"Uferparks", die "Wohnen am Wasser", mischverträgliches Gewerbe und
Freizeitnutzung miteinander verbinden.
· In Europa einzigartig entwickelt sich ein innovativer Industriezweig
(z.B. am Reiherstieg) für Planung, Produktion und Reparatur von Wohnbooten,
"Schwimmendes Gewerbe", Ponton-Parks, "Wasser-Türme" als Wohn- und
Gewerberäume.
· Der Spreehafen wird zum Vorreiter: Planer, Künstler, Medienleute,
Dienstleister aller Couleur entdecken das inspirierende Flair des "Wasserparks
Spreehafen". Die Orientierung auf Olympiade und IGA und der endgültige Verzicht auf
die Hafenquerspange bieten die erforderliche Planungssicherheit.
· Neue Verdienstmöglichkeiten entstehen im Bereich von Freizeit,
Naherholung, Wellness, Trendsport und Tourismus, in der Gastronomie. Allein in Folge der
IGA entstehen viele dauerhafte Arbeitsplätze. Auch die Olympiade wird für die
Wilhelmsburger Wirtschaft viele positive Impulse bringen.
· Durch gezielte Förderungen, Qualifizierung und Kompetenzsteigerung
werden dabei die vielfältigen Potentiale der ansässigen Bevölkerung entfaltet:
praktische gewerblich-handwerkliche Tradition, die Mehrsprachigkeit vieler Bewohner,
vielfältige internationale Verbindungen, Anpassungsfähigkeit und innovativer Geist der
buntgemischten Bevölkerung erweisen sich dabei als günstige Voraussetzungen.
Die Elbinsel erarbeitet sich damit ein neues, unverwechselbares, eigenständiges
und zukunftsfähiges ökonomisches Profil. |
5.6 Schule und Bildung auf hohem Niveau
Das schlechte Image der Schulen und die weit unterdurchschnittlichen Bildungsergebnisse
sind derzeit noch ein häufig genannter Grund für den Wegzug vieler Menschen von der
Elbinsel.
Wer es sich leisten kann, kehrt Wilhelmsburg den Rücken, spätestens wenn die Kinder in
die Schule kommen. Das gilt gleichermaßen für deutsche wie für Einwandererfamilien, die
an einer guten Ausbildung und an Zukunftschancen ihrer Kinder interessiert sind.
In Zukunft werden Wilhelmsburgs Kindergärten und Schulen zu einem Plus-Faktor:
Mehrere Jahre konsequenter Sonderförderung, die flächendeckende Einrichtung von
Ganztagsschulen, die Vernetzung von Schulen und Bildungseinrichtungen in einem "Forum
Bildung Wilhelmsburg", der Ideenaustausch von "best-practice"- Erfahrungen,
neuartige Verknüpfungen zwischen Schule, Sport, Freizeit, Elternhaus und Berufswelt
schaffen zusammen mit den sich verändernden Rahmenbedingungen auf der Elbinsel eine
ungeahnte Aufbruchstimmung im Schul- und Bildungsbereich.
Unter diesen Voraussetzungen wird die Internationalität der Schulen als attraktiver und
zukunftsweisender Faktor erachtet und die Mehrsprachigkeit der SchülerInnen als
wertvolles Potential erkannt. |
5.7 Internationales Flair
Was die zunehmende Zahl von "Ausländern" im Stadtteil betrifft, deren Anteil an
der Gesamtbevölkerung mittlerweile auf über ein Drittel angestiegen ist, stehen sich
zwei Grundsatzpositionen scheinbar unversöhnlich gegenüber:
Die einen sprechen von "Belastung" und "Parallelgesellschaft", die
anderen betonen "Bereicherung" durch "Interkulturalität". Die
ungelösten Probleme im Zusammenleben führen dazu, dass viele -- Deutsche, wie
Nichtdeutsche -- die Insel verlassen.
Trotz vieler Beispiele guter Beziehungen in Nachbarschaft, Kindergärten, Schulen, am
Arbeitsplatz sowie in Form zahlreicher Partnerbeziehungen, verschlechtert sich die
Stimmung insgesamt und führt zu Rückzugstendenzen bei den "Eingewanderten"
einerseits und Resignation und Animositäten bei den "Einheimischen"
andererseits.
Die allgemeine Aufbruchstimmung nach der Zukunftskonferenz, die den Stadtteil mit
einem Sonderprogramm des Senats im Rahmen seines "integrativen
Entwicklungskonzeptes" erfasst, bringt die Wende in den gespannten Beziehungen der
ethnischen und kulturellen Gruppen:
In diesem Konzept würdigt der Senat die besondere Leistung, die Wilhelmsburg schon seit
mehr als hundert Jahren für ganz Hamburg bei der Integration von Generationen von
Einwanderern vollbracht hat, und verpflichtet sich, die positiven ökonomischen,
strukturellen und sozialen Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gelingendes
Zusammenleben erst möglich machen.
Das Sonderprogramm des Senats versteht "Integration" und "gute
Nachbarschaften" als eine Querschnittsaufgabe: Alle Maßnahmen zur
Attraktivitätssteigerung Wilhelmsburgs berücksichtigen den interkulturellen Aspekt und
beziehen ausdrücklich alle Bevölkerungsgruppen mit ein.
Es wird eine professionelle "Leitstelle Zusammenleben" eingerichtet, die aktiv
den Prozess des Miteinanders gestaltet.
Nach und nach setzt sich die Erkenntnis durch: "Gleichwertigkeit" muss nicht
"Gleichartigkeit" bedeuten, und mit "Andersartigkeit" und
"Unterschiedlichkeit" zurechtzukommen, ist in einem zusammenwachsenden Europa
und der "einen Welt" eine zunehmend nützliche und gefragte Kompetenz.
Spätestens während der internationalen Großereignisse Olympiade 2012 und IGA 2013
erweist sich "Mehrsprachigkeit" als überaus nützlich und stellen sich
Erfahrungen im Zusammenleben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur als eine
zukunftsweisende Eigenschaft heraus. In dieser Hinsicht haben die Bewohner Wilhelmsburgs -
mehr als die anderer Stadtteile -- seit Jahrzehnten Erfahrungen gesammelt und besondere
Fähigkeiten entwickelt. |
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6 Umsetzung: Instrumente und Strukturen
Der Hamburger Senat initiiert die Erarbeitung eines "Masterplanes Elbinseln"
(oder: "Masterplan: Hamburgs Elberaum") und beschließt - auf der Grundlage der
von Bürgern und Fachbehörden gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse der Zukunftskonferenz -
ein "integratives Entwicklungskonzept Elbinseln".
6.1 Eckpunkte eines integrativen
Entwicklungskonzepts Elbinseln
· Die Wilhelmsburger Hafenrandgebiete (Wilhelmsburger Ufer im Norden
und Westen der Inseln) werden aus der Hafengebietsverordnung entlassen.
· Parallel zum Fall der Zollgrenzen am Nordrand der Elbe
(Speicherstadt/HafenCity) im Jahre 2003 wird auch im Süden die Freihafengrenze
zurückgenommen (Spreehafen/Veddel etc).
· Damit wird der Startschuss gegeben für das Konzept "Wasserpark
Spreehafen", und so kann die vorhandene Straßenquerverbindung durch den Hafen
(Veddeler Damm etc) aus dem Freihafengebiet ausgegliedert werden.
· Überprüfung der laufenden Planungen für Wilhelmsburg, insbesondere
der bestehenden Bauleitpläne und der im Verfahren befindlichen neuen Bebauungspläne im
Sinne der Ergebnisse der Zukunftskonferenz.
· Überprüfung des wohnortnahen Gewerbes auf Wohnverträglichkeit.
· Neubeplanung des Gebietes Reiherstieg / Vering-Kanal, um eine
hochwertige Gewerbedurchmischung und attraktiven Wohnraum zu schaffen.
· Freigabe der Uferzonen am Ernst-August-Kanal und Jaffe-David-Kanal
für Mischnutzung durch Wohnen, Gewerbe und Freizeit.
· Einrichtung eines innovativen Gewerbeflächenmanagements.
· Erarbeitung eines Konzepts zur Verlagerung der Wilhelmsburger
Reichsstraße und der damit möglichen Neuordnung der Wilhelmsburger Mitte.
· Konzept zur Optimierung der vorhandenen großen Verkehrswege im Sinne
einer Ringlösung. Dadurch werden Güter- und Durchgangsverkehre durch die Wohngebiete
vermeidbar und ermöglichen weitere Verkehrsberuhigungen in der Harburger Chaussee, im
Reiherstiegviertel und in der Wilhelmsburger Mitte.
· Aussetzung der laufenden Planungen für eine Hafenquerspange und
Vergabe eines Forschungsauftrags: "Strategien für eine zukunftsfähige
Verkehrspolitik am Beispiel Hamburgs -- Konzepte für die Lösung des Konfliktes
Urbanität und Mobilität im Zentrum der Stadt -- Effektivierung des Transports auf der
Schiene und dem Wasser und die Entwicklung intelligenter Alternativen in Deutschlands
größtem Güter-umschlagsplatz".
· Fährverbindungen zwischen Wilhelmsburg und den Landungsbrücken
sowie über die Norderelbe in die Vier- und Marschlande.
· Veloroute zum Alten Elbtunnel und Radwegenetz Elbinseln bis in die
Vier- und Marschlande.
· Konzept Stadtbahn und wesentliche Verbesserung der ÖPNV-Anbindung
des Süderelberaumes.
· Entwicklung eines neuen Profils für den Wirtschaftsstandort
Wilhelmsburg und Einrichtung geeigneter Instrumente zur Wirtschaftsförderung und
-beratung vor Ort.
· Unterstützung des Projektes "Entwicklungspartnerschaft
Elbinseln", das eine lokale Qualifizierungs- und Beschäftigungsstrategie für die
Elbinselregion zum Ziel hat.
· Ein Handlungskonzept der Behörde für Bildung und Sport . Es soll
dem Ziel dienen, die Bildungschancen der Wilhelmsburger Kinder und Jugendlichen zu
verbessern, die pädagogische Arbeit in den Schulen und anderen pädagogischen
Einrichtungen weiter zu entwickeln sowie auch den Erwachsenen ein ausreichendes regionales
Bildungsangebot zu bieten.
· Einrichtung der "Leitstelle Zusammenleben".
6.2 Neue Strukturen, Zuständigkeiten und
Handlungsinstrumente
Neue Strukturen, Zuständigkeiten und Handlungsinstrumente sind auf den drei Ebenen -
Senatsebene, Bezirksebene und örtliche Ebene - erforderlich:
Auf Senatsebene
wird eine "Stabsstelle zur Entwicklung von Hamburgs Wasserstadt"
eingerichtet, die u.a. für die Vernetzung sämtlicher die Elbinseln betreffenden
Aktivitäten der Fachbehörden auf allen Planungs- und Entscheidungsebenen, sowohl bei der
Verwaltung als auch bei der Politik zuständig ist.
Für die Bezirksebene
wird mit einer neuen Bezirksreform ein neuer "Bezirk Elbinseln"
geschaffen, der Wilhelmsburg, die Veddel und die Hafengebiete umfasst.
Auf örtlicher Ebene
wird eine Entwicklungsgesellschaft aufgebaut, die nach innen und außen
wirkt.
Generelles Ziel ist die Beschleunigung von Planungen und deren Umsetzung im Sinne der hier
vorgestellten Entwicklungsperspektiven. Dazu muss einerseits ein tragfähiges Einvernehmen
zwischen Bevölkerung, Wirtschaft und Politik und andererseits ein hohes Maß an
Kooperation und Vernetzung zwischen allen Akteuren hergestellt werden.
Aufgabe dieser Institution nach innen ist die Weiterentwicklung der
Bürger/innenbeteiligung, die quartiersnahe Einbeziehung und Aktivierung von breiten
Bevölkerungsgruppen im Sinne eines "Empowerments", die kontinuierliche
Information der Öffentlichkeit über laufende und zukünftige Planungen, sowie das
Aktivieren von bislang nicht genutzten Ressourcen (Public-Private-Partnership).
Nach außen zielt sie ab auf eine Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur, die
Sicherung und Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze, sowie die Aufwertung des Wohn-
und Freizeitstandortes Wilhelmsburg. Durch kooperative Planung mit den verschiedenen
Anspruchsgruppen (Gewerbe, Politik, Verwaltung, Bürger) beschreitet sie neue Wege in der
Regionalentwicklung. Gleichzeitig unterstützt sie innovative Gewerbe- und Wohnprojekte,
betreibt Regionalmarketing und Standortberatung für Unternehmen und Existenzgründer,
aktiviert und berät externe Investoren.
Durch das Wirken nach innen und außen fällt dieser intermediären Instanz eine
Schlüsselrolle für die zukünftige Gesamtentwicklung der Elbinseln zu.
Ohne sie wird sich Wilhelmsburg zwischen den Bezirken und Anspruchsgruppen nicht behaupten
können und den Anschluss an die Dynamik der Metropole endgültig verlieren.
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7 Wie geht es weiter? Jetzt
beginnen!
Alle Mitwirkenden bei der Zukunftskonferenz, in den Arbeitsgruppen und in der
Koordinierungsrunde, haben mit großem Engagement und hohem Einsatz für eine positive
Entwicklung Wilhelmsburgs gearbeitet. Freiwillig und engagiert haben sie sich der
Herausforderung "Zukunftskonferenz" als ihrer großen Aufgabe gestellt.
Viele gute Pläne und Anregungen liegen vor. Sie sind der Versuch, den Problemen und
Potentialen Wilhelmsburgs in ihrer ganzen Vielschichtigkeit gerecht zu werden.
Nun sind die Entscheidungen der Politik gefragt zur Umsetzung der Ergebnisse durch
den Hamburger Senat und die zuständigen Fachbehörden.
Die Ergebnisse der letzten Bürgerschaftswahl gerade in Wilhelmsburg machen deutlich, wie
hoch die Erwartungen sind, die große Teile der Bevölkerung der neuen Bürgerschaft, dem
neuen Senat entgegenbringen.
Neben den notwendigen Grundsatzentscheidungen und dem erforderlichen
Gesamtkonzept, einschließlich der strukturellen Veränderungen auf Senats-, Bezirks- und
Ortsebene, ist es sinnvoll, sich als erstes auf eine Reihe von Sofortmaßnahmen
und Pilotprojekten zu verständigen, mit denen sich schnell sichtbare
Veränderungen und Erfolge erzielen lassen.
In den Berichten der Arbeitsgruppen gibt es dazu eine Fülle von Anregungen und Vorschlägen
für "Schlüsselprojekte".
So schlägt die Arbeitsgruppe "Bildung und Schule" als zentrale Maßnahme den
Aufbau eines FORUM BILDUNG WILHELMSBURG vor,
die "Arbeitsgruppe Zusammenleben" eine professionelle LEITSTELLE
ZUSAMMENLEBEN. Die "Arbeitsgruppe Arbeit und Wirtschaft" hält
die sofortige Einrichtung eines GEWERBEFLÄCHENMANAGEMENTS
und die konsequente UNTERSTÜTZUNG DER
"ENTWICKLUNGSPARTNERSCHAFT ELBINSELN" für vorrangig.
Für die Arbeitsgruppen "Räumliches Gesamtkonzept", "Verkehr" und
"Wohnen" kommt dem Konzept "WASSERSTADT
mit der Entwicklung des SPREEHAFENS"
und den neuen Ideen für die Uferparks zum Wohnen und
Arbeiten im Bereich REIHERSTIEG / VERINGKANAL eine
Schlüsselrolle zu. Hier, im Bereich Veddel, Harburger Chaussee, Spreehafen,
Ernst-August-Kanal, Nordwestspitze, Veringkanal, Reiherstieg sind z.T. kurzfristig und
kostengünstig Veränderungen möglich, mit denen sich die größten Synergieeffekte
erzielen lassen.
Aus der "Arbeitsgruppe Freizeit und Kultur" wird empfohlen, mit dem
Großereignis einer (autofreien) WILHELMINALE
die Freizeitqualitäten der grünen Inseln im Fluss erlebbar zu machen, sowie eine
Teilnahme Wilhelmsburgs am ersten INTERNATIONALEN
ELBEBADETAG am 14.07.2002. Außerdem soll endlich der Brückenschlag in
die Vier- und Marschlande realisiert werden.
Über eine Fährverbindung oder den Anbau eines Radweges an die Autobahnbrücke über die
Norderelbe könnten die Elbinseln kurzfristig in den Verlauf des ELBE-RADWEGES
von Cuxhaven bis an die Tschechische Grenze integriert werden.
Alle Arbeitsgruppen wünschen
· eine langfristige Sicherung und Ausweitung der
Bürgerbeteiligung in Wilhelmsburg.. Die Zukunftskonferenz hat hier neue
Maßstäbe gesetzt und soll ihr erarbeitetes Know How weiterhin einbringen,
· eine Quartiersentwicklung, die breite
Bevölkerungskreise in eine aktive Beteiligung an der Zukunftsgestaltung Wilhelmsburg
einbezieht,
· den Aufbau einer "Entwicklungsgesellschaft Elbinseln"
als ein effektives lokales Planungs- und Handlungsinstrument,
· einen eigenen "Bezirk Elbinseln" für
Hamburgs Elberaum.
· eine breite allgemeine Unterstützung und auf allen Ebenen für die IGA-Pläne
des Senats und eine vorausschauende Verknüpfung der Hamburger
Olympia-Pläne mit den Ergebnissen der Zukunftskonferenz
In dem weiteren Prozess werden sich die Akteure der Zukunftskonferenz konstruktiv und
kritisch einbringen. Die Mitwirkenden hoffen, dass das in den Arbeitsgruppen gewachsene
Vertrauen und die erprobte Kooperation zwischen Bürgerinnen und Bürgern einerseits und
den Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Politik andererseits weiterbesteht
und die Basis für das gemeinsame Lösen der bevorstehenden Aufgaben bildet. |
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Dafür haben die
Teilnehmer der Zukunftskonferenz gearbeitet:
Zum Wohle Wilhelmsburgs |
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