In dem dargestellten Bereich ist entlang der Norderelbe und der Dove Elbe ein Mosaik
verschiedener, ökologisch bedeutsamer und wertvoller Flächen vorhanden. Diese Flächen
sollen zusammen mit einigen ungenutzten Bereichen, die noch im Sinne des Naturschutzes zu
entwickeln wären, zu einem großflächigen Naturschutzgebiet (NSG) zusammengefasst
werden.
Durch dieses elbbezogene NSG könnte sehr gut der Bedeutung der im Großraum Hamburg
charakteristischen - und in dieser Ausprägung europaweit einmaligen - Lebensräume der
Süßwassertide-Aue Rechnung getragen werden.
Im Einzelnen sollen nachfolgend beschriebene Bereiche mit den entsprechenden
Entwicklungszielen in das neue NSG einbezogen werden:
Deichvorland:
Das bestehende Elbvorland mit Süßwassertide-Auwald und Süßwassertide-Röhrichten.
Rückdeichungsflächen:
Die Deichrückverlegungsflächen Spadenländer Spitze und Spadenländer Busch / Kreetsand.
Diese Flächen sind zur Zeit in der Umgestaltung, um wieder dem ungehinderten Tideeinfluss
ausgesetzt zu werden.
Am südlichen Uferbereich des Holzhafens finden gerade die Vorbereitungen für eine
weitere, großflächige Rückdeichung statt. Sie ist Bestandteil des
naturschutzrechtlichen Ausgleichs für den geplanten sechsspurigen Ausbau der Autobahn A1
zwischen Billstedt und Moorfleet. Auch hier werden somit die ökologisch sehr bedeutsamen
süßwassertidebeeinflussten Lebensräume entstehen. Der Holzhafen selber ist schon heute
zu einem Großteil für den Schiffsverkehr gesperrt und als Wasservogelreservat
eingerichtet.
Bestehende Schutzgebiete:
Das Naturschutzgebiet Rhee, ein ehemaliger Elbaltarm, mit Option zur Wiederherstellung
eines begrenzten Tideeinflusses.
Das sogenannte "Vogelschutzgehölz", welches angrenzend an die
"Billesiedlung" seit vielen Jahren durch einen hohen Zaun abgeschirmt und
völlig beruhigt ist. Es weist einen vielfältigen Brutvogelarten-Bestand auf.
Brachflächen:
Die vier ehemaligen Speicherbecken der Hamburger Wasser Werke (HWW) auf der
"Billwerder Insel". Diese werden seit 1991 nicht mehr genutzt, aber immer noch
notdürftig in Stand gehalten. Im Uferbereich befindet sich die einzige
Kormoran-Brutkolonie auf Hamburger Gebiet mit etwa 200 Brutpaaren. Als
Unterhaltungsmaßnahme wäre im Wesentlichen nur die langfristige Haltung der
Wasserstände in den Becken durch gelegentliches Zupumpen sicher zu stellen.
Die ehemaligen Filterbecken der HWW in Kaltehofe, ebenfalls seit 1991 nicht mehr in
Betrieb. Sie stellen heute - je nach Wasserstand und Verlandungsgrad - eine Ansammlung
verschiedener Feuchtbiotope dar. Mit den noch vorhandenen denkmalschutzwürdigen
Pumpenhäuschen, würde in dem NSG darüber hinaus auch Kulturhistorie dargestellt und
gesichert werden können.
Mehrere kleinere Brachflächen, die größtenteils auf ehemaligen Spülfeldern liegen und
deren landwirtschaftliche oder anderweitige Nutzung langfristig nicht vorgesehen ist.
Die Erschließung des neuen Naturschutzgebietes für Besucher kann
östlich der Elbe sehr gut über die heute schon vielfach als Rad- und Wanderweg genutzte
Deichverteidigungsstraße erfolgen, die für den öffentlichen Kfz-Verkehr gesperrt ist.
Im westlich der Elbe gelegenen Bereich bietet sich die wenig befahrene Strasse mit Fußweg
entlang des neuen Hauptdeiches an.
Auch die Einrichtung eines Naturschutz-Zentrums wäre in einem der nicht
mehr genutzten Gebäude auf dem weitgehend stillgelegten Betriebsgelände der HWW in
Kaltehofe oder im Bereich der Billwerder Insel sehr gut vorstellbar.
Die Konzeption des vorgeschlagenen neuen Naturschutzgebietes verbindet in idealer Weise
die Ansprüche des Naturschutzes mit der City-Nähe, ohne dabei wichtige Flächen der sich
neu ausbreitenden Hafen-City zu beanspruchen.
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